Schleifen und Bohren

Kantenbearbeitung

 

Es gibt 3 Arten der Kantenbearbeitung der Schnittkanten von Glas

  • gesäumt

  • feingeschliffen (Schweiz: rodiert)

  • poliert

die auf alle Glasarten werden können. (Beim ESG müssen natürlich sämtliche Bearbeitung vor dem Härten (= Veredelung im Ofen zu ESG) ausgeführt werden)

 

Schnittkante:

 

 

Säumen:

Es wird am Bandschleifer ein Saum angeschliffen, der optisch nicht sehr schön ist und lediglich den Sinn hat, daß die Glaskante nicht scharfkantig ist. Die Glaskante darf kleinere Ausmuschelungen haben. Diese Kantenbearbeitung kann an jeder Glasdicke angebracht werden. Zwischenzeitlich säumen wir die Glaskanten auch mit einem Handschleifstein, wobei der Saum nur sehr klein ist.

 

 

Feinschleifen:

Das Glas wird im Polierautoamt geschliffen (nur gerade Kanten, Bogen + Innenkanten müssen von Hand geschliffen werden). Dabei wird maschinell ein Saum angeschliffen sowie die Stirnseite der Glaskante abgeschliffen. Die Kantenbearbeitung ist optisch matt (nicht glänzend). Durch den Polierautomat gehen Glasdicken von 3 bis 19 mm; die max. Durchlaufhöhe des Glases beträgt 300,0 cm.

 

 

Polieren:

wie feinschleifen, jedoch werden zusätzlich der Saum und die Stirnseite noch poliert, so daß die Kantenbearbeitung glänzt. Wird generell für Sichtkanten (Tischplatten, Glastablare, Schiebetüren, Ganzglastüren, etc.) verwendet.

 

 

Dazu kommen noch Zierschliffe wie

Facette

 

C-Kante

 

Gehrung

 

etc. Erläuterung unter dem Kapitel „sonstige Bearbeitungen“.

 


 

 

Bohrungen

 

Bohrungen ins Glas sind im Gegensatz zu Holz oder Stein sehr aufwendig. Man benötigt einen Hohlbohrer, der von innen mit Wasser gekühlt wird. Um ein Verkanten zu vermeiden, ist ein „Frei-Hand-Arbeiten“ nicht möglich, es kommt immer eine Ständerbohrmaschine zum Einsatz. Glas wird meist beidseitig von den Flächen durchgebohrt. In Float, Gußglas und VSG sind Bohrungen möglich, ESG wird vor dem Härtungsprozeß gebohrt; bei Isolierglas werden die Einzelscheiben vor dem Zusammenbau gebohrt (nachträgliches Bohren von Isolierglas ist nicht möglich!).

 

Der Mindestdurchmesser der Bohrung entspricht der Glasdicke (also in Float 8 mm ist der kleinste Bohrdurchmesser 8 mm). Bei Isolierglas liegt er bei etwa 80 mm Ø. Zu beachten ist, daß bei kleinen Scheiben mit großen Bohrungen (etwa für Katzentürchen) noch genügend Abstand zwischen Bohrung und Glaskante ist (ca. 20 – 40 mm, je nach Glasdicke).

 

Bohrdurchmesser, die wir in unserer Schleiferei fertigen können:

6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 26, 30, 40, 65, 82 mm

90 – 140 mm (stufenlos mit Segmentbohrer)

150 – 220 mm (stufenlos mit Segmentbohrer)

 


 

 

sonstige Bearbeitungen

 

Gehrung

Die Stirnseite der Glaskante wird mit dem Polierautomat schräg abgeschliffen (Winkel 1° bis 50°) und entweder gleichzeitig eingeschliffen oder poliert. Wird hauptsächlich für Vitrinen oder Schaufenster verlangt (rahmenlose Konstruktionen, die verklebt werden).

Facette

ähnlich wie Gehrung, nur ist der Winkel deutlich spitzer, so daß je nach Glasdicke ein 10 – 50 mm breiter Zierschliff entsteht. Hauptanwendung bei Spiegeln oder Glasfüllungen bei Kassettentüren.

Griffeinschliff

bekannt von Omas Wohnzimmerschrank, der für gewöhnlich zwei kleine Schiebetürchen in einer Holznut hat. Auf der Glasoberfläche wird eine 15 mm breite „Kerbe“ eingeschliffen, an der man die Fingernägel abbrechen kann, wenn die Türchen schwer aufgehen.

gestoßene Ecken

die fertig geschliffen Glaskante wird mit der Ecke kurz an das Schleifband gehalten, damit sie nicht so spitz ist.

Rundeck

eine oder mehrere Ecken werden in einem vom Kunden vorgegebenen Radius abgerundet und gesäumt, feingeschliffen oder poliert.

Eckabschnitt

eine oder mehrere Ecken werden in einem vom Kunden vorgegebenen Maß schräg abgeschnitten und gesäumt, feingeschliffen oder poliert.

Randausschnitt/ Eckausschnitt

an der Kante / am Eck wird ein Ausschnitt ins Glas gefertigt, der gesäumt oder feingeschliffen wird.